Memories der Jugend-Band:

 THE YOUNG ONES

          

      

1959 fing alles an.

 

Die Urgesteine der Band  „The Young Ones“ waren damals vor 42 Jahren: Willi (Fuzzy), Eugen (Asbach), Peter (Pat) und ich Wolfgang, genannt „E“. Die ersten Proben fanden in der Adersstraße hinter dem Bahnhof Döppersberg  statt. Wir hatten dort einen kostenlosen Kellerraum zu Verfügung den wir uns  allerdings mit ein paar Jazzern teilen mußten. 2-3mal in der Woche schleppten wir unsere Klamotten, Verstärker, Lautsprecher und Gitarren vom Ölberg durch die ganze Stadt um dort zu proben. Man beachte den Idealismus! Jedenfalls haben wir ein Repertoire auf die Beine gestellt und fühlten uns irgendwann fit genug im Tanzlokal bei Anni Rost in der Charlottenstraße vorzuspielen. Und siehe da, wir wurden engagiert.

Willi, damals im zarten Alter von 14-15  Jahren und dünn wie ein Bleistift und bekam nur deswegen von der  Oma die Erlaubnis Musik zu machen, wenn ich hoch und heilig versprach, Willi  immer nach dem musizieren mit nach Hause bringen. (wir wohnten in Nachbarhäusern). Aber Fuzzy war ja clever. Als ich in meiner Haustür verschwunden war,  hat der Bursche sich oft mit den Weibern getroffen, mit welchen er sich am Abend verabredet hatte.

Jedenfalls bei Anni ging’s dann rund. Samstags und Sonntags immer „volle Lotte“. Den Asbach-Uralt-Titel „komm van dat  Dak af“ spielten wir damals schon. Es ist schon ein Phänomen, daß dieser Titel auf der Session schon bald wie ‘ne Nationalhymne geworden ist. Wahnsinn, dieser Titel ist schon so um die 40 Jahre alt.

Elvis Presley - Bill Haley - Fats Domino - The Shadows und andere zeitgenössische Typen  waren damals ein Teil unserer Vorbilder denen es nachzueifern galt. Wahnsinnige 20 oder 25 Watt Power brachten wir damals auf die zum Teil selbstgebauten, aus alten Radios ausgebauten Lautsprecher. Ein donnerndes Inferno! Ein von mir selbstgebautes Mischpult zierte ebenfalls damals unsere Anlage. Hübsch war auch unsere Echohallanlage. Als erstes wurde jeden Abend eine neue Tonbandendlosschleife eingelegt, dann mußte das Ding noch ‘ne halbe Stunde warmlaufen, sonst war die ganze Musik am jaulen weil ja alle Gitarren und der Gesang über dieses Sch...ss-ding lief. Es war schon alles ‘ne ziemlich abenteuerliche Sache. Die Gerätschaften änderten sich dann aber schnell als wir von unserer Gage von sage und schreibe 5.- DM/Std., (welche ich sofort von jedem kassierte) uns dann auf  „Rattatta“ aus dem Musikhaus Wessely eine Dynacord Anlage zulegten. Ich glaube wir waren damals die King’s im Tal und hatten auch die entsprechenden Schulden. Jedenfalls hatten wir einen Riesenfanclub der uns dann später überall hin folgte. Die Bude bei Anni war Samstags und Sonntags jedenfalls immer rappelvoll. Getanzt wurde damals Twist, Rock’n Roll und auch die „Langsamen“ zum anschleichen und knuffeln erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Besetzung der Band änderte sich ein paar mal. Da gibt es noch einen Ralf Hein, einen kleinen Klaus am Bass und am Schlagzeug, einen Horst Hunger mal an der Orgel, mal am Schlagzeug.

            

Von Anni sind wir dann in das  „Seemannsheim“ in der Wilhelmstraße engagiert worden. Im Seemannsheim verkehrten fast nur Tommy’s. Die MP  stand jedenfalls fast immer vor der Tür. Von da aus ging’s in den 5Theater Palast wo wir im „Rendezvous“ spielten. Dazu eine lustige Geschichte:  Eugen lag mit Magengeschwüren im Kapellchen (für Outsider „Krankenhaus“) und mußte Rollkuren machen. Irgendwann hat er es wohl nicht mehr ausgehalten, ist über den Zaun geklettert und tauchte dann am Abend im Rendezvous auf. Unter dem Anzug trug er noch seinen "Stresemann". Jedenfalls hat er ein paar Runden mitgespielt, ein paar Asbach gegurgelt und hat sich dann wieder in’s Kapellchen getrollt um seine Magengeschwüre weiter zu pflegen.

Vom Rendezvous aus wurden wir in den Tanzsaal „Bergkrone“ nach Cronenberg engagiert. Eine Riesenbühne mit Vorhang und Scheinwerfern erwartete uns dort. Es war damals als junger Bengel schon ein Wahnsinnsgefühl auf so einer Bühne zu stehen. Samstags und Sonntags ging’s dann mit den Fans mit der Straßenbahn nach Cronenberg. Die letzte Etappe war für mich dann in Solingen-Oligs direkt am Bahnhof  der „City-Club“. Die Fans waren natürlich alle wieder mit von der Party. Doch so langsam bröckelte es. Es war die Bundeswehrzeit, denn das Vaterland mußte ja verteidigt werden. Jedenfalls die Jung’s welche uns immer begleitet hatten, steckten plötzlich in Kampfanzügen um dem deutschen Volke zu dienen. Unser Drummer „Pat“ war auch davon betroffen.  Ich habe mich dann in den Schoß der Ehe begeben und hatte von nun an andere „Hobbys!“ 1964 bin ich dann aus der Band ausgeschieden. Was dann aus den Young Ones geworden ist muß Euch Fuzzy erzählen. Ich glaube er wird auch mal in die Computertasten greifen um die Story zu Ende zu bringen.. Vor etwa 10 Jahren habe ich dann wieder als Alleinunterhalter mit dem Keyboard das Licht der Welt erblickt und irre seit dem alleine durch die Lande um die People's  und Kid’s mit Oldies zu erschrecken.

 

 

Sollte mal einer der ehemaligen Fans diese Memories lesen, und sich an diese tolle Zeit erinnern, dann meldet Euch und schreibt mal wie Ihr damals alles erlebt habt.

weck-hardt@t-online.de

 Wolfgang  „E“